Kindergeburtstag

Sind nur 10 Kinder? Mitmachen beim Seinlassen

Wir stecken mitten im Coronawahnsinn! Unser Alltag muss sich verändern, damit die Krankenhäuser Zeit haben zu reagieren, damit die Wissenschaftler Zeit haben zu planen und zu forschen, damit die Risikopatienten eine Chance bekommen.

„Social Distancing“ ist angesagt: das heißt alle Kontakte zu vermeiden, die nicht nötig sind, maximales Zusammensein in immer gleichen Kleingruppen, sich fernhalten von Risikogruppen. Überall gibt es Aufschreie, weil es an vielen Stellen absolut anders aussieht, obwohl die Schulen zu sind, die meisten Geschäfte schließen mussten, Homeoffice ermöglicht wird, Kurzarbeit angeordnet wurde, Spielplätze nicht betreten werden sollen…

Mir fällt es schwer, nachzuvollziehen dass diese Aufschreie nötig sind. Was sind trifftige Gründe? Tatsächlich musste ich mit mehreren Eltern darüber diskutieren, ob ein Kindergeburtstag ein trifftiger Grund ist, das Distanzieren bleiben zu lassen. Das macht mich ziemlich fassungslos.

Ein Mittelweg

Winterhoff schreit seit Jahren, die Kinder werden zu Tyrannen, wenn sie alles dürfen. Bindungsfokussierte Eltern versuchen einen Mittelweg dagegen zu setzen: in Beziehung bleiben, aber klar Stellung beziehen, wenn etwas unsere Grenzen überschreitet (Selbstfürsorge!) oder nicht vermeidbar ist, und dies zugewandt und begleitend durchsetzen.

Es scheint, als wäre da noch viel zu tun. Niemand will einem Kind autoritär aufdrücken „Es wird nicht gefeiert, basta!“ Aber das heißt nicht, dass die Alternative nur ist „Natürlich feiern wir! Du hast Dich schon so lange darauf gefreut. Die kleine Gruppe…sind ja nur 10 Kinder. Und Kinder gehören eh nicht zu den Risikopatienten!“ Ja, das hab ich so gehört, mehrfach.

Diese Kinder, selbst wenn sie keine chronischen Krankkeiten haben mögen, haben Eltern, die raus müssen. Zum Einkaufen, zur Apotheke, zur Nachbarin, um zu helfen. Die mögliche Infektionskette ist immer da und lässt sich nur verhindern, wenn alle so viel wie möglich mitmachen beim Seinlassen!

Solidarität

Wir können unseren Kindern zumuten (ZUTRAUEN !), ihren Geburtstag mit Kuchen und Luftschlangen, Päckchen und einem Skypeanruf bei Oma, Lachen und gutem Essen, einem Kinofilm und Popcorn zu verbringen. Zu Hause. Nur mit uns. Wer in den Sommerferien Geburtstag hat, verschiebt die Feier regelmäßig zwei Monate nach hinten. Wer im Winter Geburtstag hat, verschiebt sie oft ins Frühjahr. Kinder können das, Kinder verstehen das. Das ein oder andere wird sauer und traurig sein. So wie wir selbst über die abgesagte Veranstaltung. Aber das können wir begleiten, genauso wie den Frust über den falschen Becher, das „verkehrt“ durchgeschnittene Brot oder das verbotene Ballspiel an der Straße.

Zeigen wir den Kindern doch zumindest schon mal hier, was Solidarität ist.

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