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Aber ein Kind ist ein Kind

Manchmal hört man Vergleiche, wenn es um den Umgang mit Kindern geht, wie „Würdest Du das mit Deinem Partner auch so machen?“ Und dann reagieren immer einige genervt: „Man kann doch Kinder und Erwachsene nicht gleich setzen!“

Ich verstehe beide Blicke. Die Kritiker haben manches Mal Recht. Denn für mein Empfinden braucht mein Kind an manchen Stellen mehr Regulation durch mich als mein Mann – der kann das alleine oder wird durch äußere Umstände eingeschränkt bzw. kann sich dafür entscheiden, bestimmte Vorgaben oder Konventionen zu beachten, weil er die Folgen abschätzen kann.

Aber viele, viele Grundlagen lassen diesen Vergleich sehr wohl zu. Ich merke das immer wieder, wenn ich dazu twittere, weil mir eine derartige Analogie aufgefallen ist, und andere nach dem Lesen kommentieren: „Stimmt! So habe ich das noch nie gesehen!“

Zuletzt war das der Fall beim Thema „Übergänge“: das ist fast in jeder meiner Beratungen ein Punkt, egal ob das Kind im Allgemeinen gefühlsstark, zurückhaltend oder sonstwie ist. Eltern wollen oder müssen los, eine Situation verlassen, von zu Hause weg oder im Kindergarten aufbrechen, einen Besuch bei Freunden beenden oder auch nur vom Wohnzimmer ins Bad gehen mit Kind – und das Kind macht „Theater“. Es will noch eben dies beenden, schindet Zeit, mag das nicht dort lassen sondern mitnehmen usw. ORRRR, DAS NERVT SO! Das weiß ich selbst.

Aber der Blick kann eben auch sein: wie lange brauchen wir Großen denn für so einen Übergang? Erstmal Kaffee, entspannt duschen, in Ruhe ins Handy gucken – dann hab ich Zeit, mein Kind. Oder 97 andere Varianten.

Der Punkt ist: egal, ob die Analogie immer ganz stimmig ist oder nicht, es ist immer sinnvoll, auf uns zu gucken, bevor wir das Kind kritisieren. Vielleicht sind wir gar nicht so anders! Und das kann Gelassenheit geben.

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