RUHE!

„Ihr Baby schreit! Da müssen Sie mal was machen!“

„Die Geschwister zanken! Da musst Du mal eingreifen!“

„Der Teenie motzt. Das müsst Ihr mal abstellen!“

„Du schreist schon wieder! Das macht man nicht!“

Woher kommt das eigentlich, dass wir Lautstärke und auch Uneinigkeit so schlecht ertragen können? Ich glaube, viele von uns haben nicht gelernt, dass auch Lautsein seine Berechtigung hat und zum Leben dazugehört. Dass „sich äußern“ ganz unterschiedlich aussehen kann und darf. Dass es wichtig ist, Zeit und Energie in Konfliktlösung zu stecken und die nun mal nicht immer emotionslos ablaufen kann. Harmoniesucht…

Du kannst nicht erreichen, dass Dein Baby niemals schreit, Deine Kinder niemals zanken, Dein Teenie niemals motzt, Du niemals schreist. Das ist illusorisch.

Du solltest auch nicht darum bemüht sein, dass Dein Baby niemals schreit, Deine Kinder niemals zanken, Dein Teenie niemals motzt, Du niemals schreist. Das ist nicht „normal“. Und Du solltest Dich nicht grämen, wenn es bei Euch passiert.

Du solltest aber darum bemüht sein,

  • dass Dein Baby nicht alleine schreit, wenn es sich ausschreien muss,
  • wenn es unglücklich ist,
  • wenn es „erzählen“ mag,
  • wenn es sich gerade nicht beruhigen kann.

Du solltest Dich darum bemühen,

  • dass Deine Kinder lernen, dass Streiten okay ist und lösungsorientiert sein sollte,
  • und dass es auch mal Pausen ohne Einigung geben darf, bis ein Kompromiss möglich ist.

Du solltest Dich darum bemühen,

  • dass Du Deinem Teenie zugewandt gegenüberstehst, wenn er meckert,
  • dass Ihr Rituale findet, wie Ihr im Gespräch bleiben könnt,
  • dass Eure Beziehung grundlegend gut bleibt,
  • dass auch er versteht, wie es Dir geht!

Du solltest Dich darum bemühen,

  • wenig zu schreien, sondern zugewandt zu reden,
  • Dir Zeit zu nehmen auch Dich zu achten und zu hinterfragen, warum Du oft aus dem Hemd fliegst,
  • gemeinsam mit Deiner Familie Wege zu finden, bei denen Ihr alle weniger krass emotional werdet.

Allgemeinplätze? Warum haben wir dann doch so oft im Kopf, dass schreiende Babys, streitende Geschwister, ungute Momente mit jugendlichen Kindern, überreizte Eltern nicht vorkommen sollten? All das gehört dazu. Das Wichtige ist, dass wir es annehmen statt zu negieren, zu unterdrücken oder loswerden zu wollen, und dann damit arbeiten. (Und ja, das ist das Doofe an diesem „Job“.)

Das Baby darf schreien, Deine Kinder dürfen zanken, dein Teenie darf sich auflehnen, Du darfst die Geduld verlieren. Lass Dir nicht von anderen oder von Deinem Kopf sagen, dass auf jeden Fall etwas nicht stimmt. <3

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