Horizontal Parenting?!

Äh, was? „Horizontal Parenting“ hatte ich noch nie gehört. Aber als mir erklärt wurde, was dahinter steckt, wusste ich: das hab ich schon gemacht, und das ist super!

Es bedeutet für sein Kind da zu sein, aber im Ruhemodus. Liegend auf dem Sofa zum Beispiel. Weil man nicht mehr kann, weil einem die Augen zufallen, die Nerven blank liegen, eine Pause nötig ist, doch das Kind weiterhin Zuwendung braucht.

Einerseits kenne ich das vor allem aus den ersten Jahren als Mutter: drei kleine Kinder, wenig Schlaf nachts natürlich und dazu Migräne – viel zu oft. Da ging oft nichts anderes als Horizontal Parenting.

„(…) Da musste oft ein Netzwerk helfen, oder wir mussten Situationen kreieren, in denen Kleinkindsein und Migränehaben irgendwie kompatibel waren: zum Beispiel hatten wir lange ein wirklich großes Spielzimmer, dessen Tür ich verschließen konnte und in dem es lauter spannende, aber keine gefährlichen Sachen gab. Dorthin konnten wir uns zurückziehen, und ich konnte mich einfach auf den Boden oder eine Matratze legen und dösen, manchmal mit Oropax im Ohr, und die Kinder waren sicher, beschäftigt, konnten jederzeit kuscheln kommen. (…)“

Andererseits kenne ich das Vorgehen aus der Elternberatung, wenn Eltern zu mir kommen und verunsichert sind sowie vor allem kraftlos. Sie haben kontinuierlich zu viel gegeben und ihre Bedüfnisse hinten angestellt. Im Babyjahr geht es kaum anders, aber im Laufe der Kleinkindzeit müssen wir Raum zurückfordern, wenn unser Kopf oder Körper uns das signalisieren.

Liebevoll, zugewandt, in Beziehung! Da funktioniert eben beispielsweise Horizontal Parenting. Klingt irgendwie nach einem Witz, aber Marco Krahl (stellvertretender Chefredakteur der MensHealth, MensHealth Dad Gründer und selbst zweifacher Vater), der mir den Begriff vorstellte und zusammen mit Pia Eickmeier für die Men’s Health darüber geschrieben hat, hat mir gezeigt, wie ernsthaft und gut er ist – und was man im Liegen alles spielen kann („Die 11 besten Horizontal-Parenting-Spiele“ findet man im verlinkten Artikel).

Aus Familienberaterinnensicht habe ich ihm bestätigt, dass das so absolut legitim ist. Denn Kindern tun Eltern gut, die auf sie achten und dabei ebenso sich selbst und ihre eigenen Bedürfnisse nicht ständig übergehen. Selbstfürsorge in guter Beziehung zum Kind.

(Noch ein bisschen Input dazu, dass man seinem Kind nicht autoritär und abweisend zeigen muss, was man selbst braucht oder was man nicht will, auch wenn es dem kindlichen Bedürfnissen erst einmal entgegen steht, gibt es hier.)

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