MutterKutter: „Der Survival-Guide für Mamas“

„You can’t pour from an empty cup!“ – das ist einer der wichtigsten Grundsätze in meiner Arbeit, bei der ich natürlich den Eltern helfen will, ihre Kinder in ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen zu sehen, aber eben auch dabei, es zu schaffen, dies im Alltag gut zu händeln. Und dazu gehört immer, IMMER auch Selbstfürsorge bzw. das Sehen der eigenen Bedürfnisse. Das gerät nämlich auch sehr schnell unter die Räder. Dabei ist es so wichtig, man selbst zu bleiben und auch Paar zu bleiben. Das ist grundsätzlich eine Aufgabe für beide Elternteile (Brandaktuelles Stichwort: „Mental Load“), aber im Alltag braucht es oft ein Elternteil, das hier den Anstoß gibt: und tatsächlich sind das immer noch oft die Mütter!

Am 31.08.2020 ist nicht nur mein Buch „Miteinander durch die Pubertät“ beim Humboldt-Verlag erschienen, sondern noch einige weitere – unter anderem eben ein Ratgeber für Mütter und typische Stressituationen, die sie in Vor- und Grundschulzeit ihrer Kinder durchleben: „Der Survival-Guide für Mamas“ vom Team des Online-Magazins MutterKutter (bestehend aus einer Journalistin, einer Franeunärztin, einer Hebamme und einer Psychologin) schaut sich Themenbereiche wie Gelassenheit oder Ernährung genauso an wie Haushalt und Job und Zweisamkeit.

Es ist kein Buch, das Väter aus der Verantwortung nehmen will! Es ist kein Buch, das wieder alle Familienaufgaben der Mutter aufhalsen will! Es ist ein Buch, das Mütter stützt, um sich nicht zu verlieren.

Die MutterKutter-Crew hilft den Leserinnen, Pläne und Routinen zu entwickeln, sich ein Netz aufzubauen und zu nutzen, richtig zu kommunizieren (und zu delegieren!) und auch in der Partnerschaft die Initiative zu ergreifen – denn einer muss es ja tun, damit dann beide daran arbeiten, ein Paar zu bleiben. Wichtige Themen wie Morgenhektik, Vererinbarung von Job und kranken Kindern, Schulisches und Ferienbetreuung, Wut und Wackelzahnpubertät werden knapp und prägnant vorgestellt und bearbeitet; in anderen Werken kann man sie vertiefen (Laura Fröhlich, Sascha Schmidt und Ulla Nedebock haben entsprechende Bücher bei Humboldt geschrieben.), aber wenn die Zeit fehlt, reichen die Impulse hier schon für große Schritte aus! Wir Mütter erhalten Ideen rund um unsere Gesundheit (auch die seelische), um schon präventiv dafür zu sorgen, dass wir gar nicht erst ausbrennen. Das Buch arbeitet mit Stopps, Impulsen sowie Schritt-für-Schritt-Hilfen und regt zur Selbstarbeit an.

Ja, manche (wenige!) Themen erinnern an klassische Frauenzeitschriften-Themen (und sind nicht ganz meins), aber ist das negativ? Nein! Wie vielen Frauen helfen diese Impulse?! Und damit sind dies berechtigte (benötigte!) Kapitel. Und – super spannend – ich habe schon Feedback von Vätern bekommen, denen etliche der Buchinhalte sehr helfen; das heißt den Titel darf man gar nicht so wörtlich nehmen. Du bist Elternteil und kämpfst mit dem Alltag? Das ist Dein Buch!

Super hilfreich sind über alle Buchkapitel hinaus die Linktipps am Ende, wenn man doch Zeit und Lust hat manches zu vertiefen: vom Müttergenesungswerk über Edition F oder die Juramama ist vieles dabei und sinnvoll, gerade auch für Mütter, die ihr erstes Kind bekommen haben und in diesem Themenfeld in den sozialen Medien noch nicht so gut bewandert sind.

Ich habe mit der „Kapitänin“ des MutterKutter-Teams, Dorothee Dahinden, ein Interview führen dürfen:

Dorothee Dahinden – TV-Reprterin, Foto- und Videografin (Foto: Anne Seliger Fotografie)

Liebe Doro, nun zu Eurem Buch, das ja allein schon durch ein wunderschönes Cover besticht! Ich habe tausend Fragen. Als erstes spuckt mein Kopf eine organisatorische aus: Wie schreibt man zu viert ein Buch?
Ha, Inke! Das ist eine gute Frage, es war schon eine Herausforderung. Tatsächlich habe ich mich zwischendurch auch gefragt, ob wir es zum Abgabetermin auch wirklich schaffen, das Manuskript fertig zu tippen – Schweißperlen und Panik-SMS bei meinen Autorinnen Kerstin, Judith und Isabel inklusive. Die haben mir an diesen Punkten aber immer mütterlich
versichert: wir schaffen das, Doro! Und so war es auch. Wir funktionieren super im Team!
Am Ende war eine Art Wortstaffellauf. Ich hatte die Fäden in der Hand und war die Ansprechpartnerin für den Verlag. Das heißt, dass ich auch die Inhalte abgestimmt oder aufkommende Fragen direkt geklärt habe. Wir vier haben dann unter uns die einzelnen Kapitelinhalte aufgeteilt – je nach Wissen und Wohlfühlfaktor. Das heißt, dass wir nicht nur als 4 Fachfrauen (TV-Journalistin, Hebamme, Frauenärztin und Mamapsychologin) geschrieben haben, die auch beruflich mit anderen Mamas arbeiten, sondern eben auch als Mütter. Insgesamt haben wir vier 16 Kinder – und damit fließt viel Erfahrung in das Buch rein.
Ich habe den Buchanfang (Einleitung und Crew) gemacht und dann die Kapitel jeweils eröffnet und fünf Kurz-Tipps geschrieben. Dann habe ich an Kerstin übergeben, Kerstin an Judith und Judith wiederum an Isabel. So haben wir große Doppelungen vermieden und jede von uns wusste genau, wo sie weitermachen kann.
Aber ganz ehrlich: Als ich dann alle Texte beisammen hatte und als Head of Survival-Guide zusammengefügt habe, fiel mir ein riesiger Stein vom Herzen. Wir hatten es geschafft und mir war einmal mehr klar, was für ein tolles Team wir sind!

Kerstin Lüking – Hebamme (Foto: Dorothee Dahinden)

In Eurem Buch geht es ja ganz stark um Selbstfürsorge. Warum brannte Euch gerade das Thema so unter den Nägeln?
Wir haben nicht nur durch unzählige Gespräche mit anderen Müttern erlebt, wie oft sie auf der Strecke bleiben – wir kennen dieses „sich selbst hinten anstellen“ natürlich auch. Ich kann da jetzt nur von mir sprechen, aber ich selbst war im Winter 2019 extrem ausgebrannt und habe mich irgendwann gefragt: „Wo bleibe ich eigentlich?“ Ich war gefangen im Familien-Hamsterrad und hatte das Gefühl, niemandem gerecht zu werden und mir selbst erst recht nicht. Da waren diese verschiedenen Rollen „Mama, Hausfrau, Selbständige und Partnerin“ – und gefühlt habe ich nur noch mit ihnen jongliert, dazu schnell geweint und schnell gemeckert, was mich noch unglücklicher gemacht hat. Ein Teufelskreis. Ich habe damals
einen Fernsehbeitrag über meine Situation produziert, der mir sehr geholfen hat. Isabel stand mir als Psychologin zur Seite und ich bin Schritt für Schritt wieder zu mir gekommen – zu Doro. Eine Erfahrung, die ich in irgendeiner Form gerne weitergeben wollte – und so war die Idee geboren, einen Survival-Guide zu schreiben, der klassische Situationen aus unserem
Alltag (Vor- und Grundschulzeit) aufwirft und Lösungsmöglichkeiten bietet. Ohne Druck, alltagstauglich und aus dem Leben!

Isabel Huttarsch – Psychologin (Foto: Dorothee Dahinden)

Wie ist denn das Buch konzipiert, damit ich es gut lesen und viel daraus mitnehmen kann, obwohl mein Alltag eben viel zu wenig Zeit für mich lässt?
Das Buch ist so konzipiert, dass du dir aus jedem Kapitel das mitnehmen kannst, was du grad brauchst. Wenn du zum Beispiel das dringende Bedürfnis hast, dich um deine Gesundheit, Fitness oder mentale Stärke zu kümmern, dann kannst du direkt in das Kapitel gehen und erst einmal unsere Kurz-Tipps zum Thema lesen. Zum Beispiel, wie du wieder ins Sport
machen kommst, wenn es gefühlt Lichtjahre her ist. Oder wie du täglich an deine Portion Obst und Wasser denkst. Weiter ins Eingemachte gehen dann Kerstin, Judith und Isabel.
Aber auch sie haben klar strukturierte Inhalte, auf die du – je nach Bedürfnis – zugreifen kannst. Kerstin erklärt dir in dem Gesundheitskapitel zum Beispiel, wie du Zeit fürs Nein-Sagen auf deinem Gesundheitskonto anlegen kannst, Judith, was du präventiv für deine Gesundheit tun kannst (Stichwort Check-Ups) und Isabel erklärt dir, wie eine innere Inventur
aussehen kann.
Wir schwafeln nicht, das war uns ganz wichtig – wir kommen unterhaltsam auf den Punkt. Es ist quasi ein Buch zum Lesen und umsetzen – und kein wissenschaftlicher Aufsatz.

Dr. Judith Bildau – Gynäkologin (Foto: Dorothee Dahinden)

Und kannst Du selbst gut für Dich sorgen? Was war über die Jahre dein wichtigstes Hilfsmittel, um im Leben als Mama gut anzukommen?
Der erste Schritt ist immer, dass ich sage, wie es mir grad geht. Darüber reden – das ist das Hilfsmittel meiner Wahl. Das tut mir gut, so werde ich Sorgen los und kann eine andere Perspektive einfangen. Um aber im Alltag fit und glücklich zu bleiben, mache ich Fitness und Yoga. Ich merke, wie ich strahle, es mir seelisch und körperlich besser geht. Inzwischen habe ich relativ feste Zeiten und bitte auch meinen Mann, mir in den Hintern zu treten, wenn ich Ausreden finde, obwohl ich Zeit habe. Genauso mache ich gerne mit einer Freundin Sport – sie ist quasi mein #kickintheass.

Was ist Dein Lieblingskapitel im Buch, von dem Du auch hoffst, dass es vielen Müttern so richtig hilft?
Vor ein paar Monaten hätte ich wahrscheinlich noch gesagt: das Gesundheitskapitel. Heute würde ich sagen: das Kapitel zum Thema Beziehung. Hier geht es um Liebe, Sex und Krisenmanagement. Ich habe durch meine Arbeit auf MutterKutter und durch private Gespräche mit anderen Müttern mitbekommen, dass sich offenbar viele Paare mit dem
Eltern werden seelisch und körperlich entfernt haben. Und da wünsche ich mir, dass wir einen positiven Input geben können.

Zurück zum Cover: Wie war die Grundidee, aus der am Ende dieses tolle Motiv wurde?
Entspannung war das große Thema. Und da wir es gerne liebevoll und schön mögen, haben wir auch ein paar Ideen rund ums Design geliefert und dann ist es die entspannte Dame auf dem Cover geworden. Denn da möchten wir ja gerne mit unserem Survival-Guide hin.

Zu mehr Zeit, mehr Kraft und mehr DU!

Eine Leseprobe findet Ihr hier und die großartige Instagramseite des Teams gibt es hier!

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