Wutanfall ist Kampf?!

Prolog: Lob, Lob, Lob?? Wieso? Weil mir das am Herzen liegt. PUNKT.


Was mich mit am allermeisten an den Büchern von Katja Seide und Danielle Graf (dem Team hinter „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn“) begeistert, ist, dass sie so verständlich mit besonders dem Mythos aufgeräumt haben, frustrierte Kinder würden wüten und wüten und wüten und in ihrer Wut verbleiben, um unbedingt doch ihren Willen zu bekommen. Denn mal ehrlich: Haben wir das nicht selbst lange gedacht (oder denken es noch bzw. lassen unsere Gefühle uns dies unbewusst so empfinden und bestimmen damit unsere Reaktion)? Haben wir dies nicht all zu oft von unserem Umfeld gehört (oder hören es noch immer?

„Die tobt, damit sie ihren Willen bekommt!“

„Wenn Du jetzt einknickst und es ihr gibst, hat sie gwonnen!“

“ Wenn Du nicht mehr kannst, kannst Du es ihr ja geben; und dann wirst Du sehen, dass sie sofort aufhört zu toben, weil ihr Plan funktioniert hat.“

usw.

Dank Katja und Danielle haben ganz viele Eltern begreifen können, dass diese Annahme falsch ist, und dass sie ihr Kind auf Grund solcher nicht wahren Glaubenssätze falsch beurteilen. Verurteilen sogar! Zum Gegner machen, dem man kühl begegnen muss, um ihn zu brechen und ihn etwas zu lehren! – Hilfe!

Ihre Bücher, die so zahlreich gelesen und gehört wurden und werden haben durch ihre Art zu schreiben, als säße man mit ihnen am Kaffeshaustisch (oder: im selben Boot), plus das fundierte, super aufbereitete Wissen Eltern intensiv erreichen können und Beziehungen geholfen. So viele Eltern verstehen jetzt, dass ein vor Frustration und Enttäuschung tobendes Kind nicht schreit, weil es willentlich darauf aus ist, eine Grenze zu testen („Mal sehen, wie lange Papa aushält!“) und um alles in der Welt seinen Plan umsetzen will („Mir hat hier keiner was zu sagen!“), sondern vor allem, weil es ihm von seiner persönlichen Reifung her noch nicht möglich ist, anders zu reagieren.

  • Es kann noch nicht in sich hinein grummeln und sich sagen, dass das jetzt ärgerlich ist, aber es das schon überleben wird.
  • Es kann noch nicht dafür sorgen, dass seine Wut nicht im Körper Achterbahn fährt und als Treten, Beißen, Hauen und Schreien wieder herauswill.
  • Es kann sich nicht auf dem Absatz umdrehen und beleidigt sein, sich ein Telefon schnappen und das mit der besten Freundin in Ruhe mal durchsprechen.
  • Es braucht in der Situation Zeit, die Emotionen herunterzufahren. Es braucht Hilfe, um zu lernen, wie das geht, ohne dass jemand darunter leidet.
  • Es muss „betrauern“, dass sein geplanter Weg gerade nicht machbar ist! (Und diese Vokabel fand ich in dem Zusammenhang besonders gut, denn Trauerarbeit ist so wichtig. Nicht verdrängen, sondern bearbeiten, bis es geschafft ist. Gilt nicht nur für Todesfälle, sondern auch für Liebeskummer und eben Frustrationen!)

Danke, dass das so viele Eltern endlich verstehen können. Danke, dass sogar Erzieher, Patenonkel und Großeltern leicht verständlich lesen können, was entwicklungspsychologisch Sachstand ist.

Denn mit diesem Wissen schaffen es viele Erwachsene, ihren Kindern neu zu begegnen: nicht strafend, nicht ignorierend, nicht beschämend. Sondern mit Mitgefühl! Und als Koregulatoren, die sie in ihrer emotionalen Entwicklung unterstützen.

Und was macht das mit den Kindern? Klarheit plus Wärme plus Hilfe plus Nähe? Sicherheit, ein Ansprechpartner, ein geschützter Raum?

Ich bin sicher, das macht aus ihnen bindungsstarke, ichstarke, regulationsstärkere, sichere, mitfühlende Erwachsene.


Edit: Diesen Text habe ich schon vor ein paar Tagen geschrieben, aber heute erst fertig gestellt – heute, wo Katja und Danielle erzählen konnten, dass die Erstauflage ihres neuen Buches rund um das Thema Geschwister schon vorm Erscheinunstag vergriffen ist und nun die zweite Auflage gedruckt wird. WOW! Ich freue mich so sehr, weil ich in den Beratungen sehe und höre, wie viel für Eltern-Kind-Bindungen aus diesen Büchern gewonnen wird. <3

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